• Es war einmal…

Bestimmt lieben Ihre Kinder Märchen und Geschichten. Dann sind Sie hier genau richtig! Am besten sollte das Vorlesen immer zu einer bestimmten Tageszeit stattfinden, und nur, wenn die Kinder ruhig und nicht aufgedreht sind. Machen Sie es sich mit den Kindern an einem kuscheligen Ort bequem, zeigen Sie ihnen die Bilder, lassen Sie sie Fragen stellen und erklären Sie ihnen, was sie nicht verstehen. Verstellen Sie Ihre Stimme und hauchen Sie dem Text mit einem wechselnden Lesetempo Leben ein. Wenn Ihre Kinder größer sind, nehmen Sie sie mit in die Bücherei, damit sie ihren Lesestoff dort selbst aussuchen können. Bis dahin halten wir ein paar kurze Geschichten für Sie bereit, damit Sie zusammen mit Ihren Kleinen in die Welt der Fantasie abtauchen können…

 

 

Der Zauberbaum (für Kinder im Alter von 2-3 Jahren)

Vor langer, langer Zeit ging ein kleiner Junge auf einer Wiese spazieren. Dort sah er einen Baum, an dem ein Schild hing. Auf dem Schild stand: „Ich bin ein verzauberter Baum. Wenn Du den richtigen Zauberspruch sagst, wirst Du es sehen!“

Der Junge stand mit offenem Mund vor dem Baum und versuchte, den richtigen Zauberspruch zu finden. Er sagte: „Abrakadabra!“. Dann probierte er es mit „Hokus Pokus Fidibus“, „Superkalifragilistikexpialigetisch“, „Simsalabim“ und vielen anderen Zauberformeln, aber nichts passierte.

Dem Jungen fiel nichts mehr ein. Er hatte aufgegeben. Da warf er sich auf den Boden und rief: „Bitte, Baum!“ Plötzlich öffnete sich eine große Tür im Baumstamm. Drinnen war es ganz dunkel, aber der Junge sah ein weiteres Schild, auf dem stand: „Sag den nächsten Zauberspruch!“ Der Junge sagte: „Danke, Baum!“ und im Baumstamm ging ein Licht an, das dem Jungen den Weg zu einem großen Haufen mit Spielsachen und Süßigkeiten erleuchtete.

Der Junge durfte alle seine Freunde zu dem Baum mitbringen und ein riesiges Fest feiern. Deshalb sagt er jetzt immer „Bitte“ und „Danke“, denn das sind echte Zauberwörter

 

Der liebe Pirat(für Kinder ab 6 Jahren)

Langhand war ein Piratenkind. Auch sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater waren Piraten. Langhand hatte noch nie etwas gestohlen und auch kein Schiff überfallen, aber in seiner Familie waren alle davon überzeugt, dass er einmal ein ausgezeichneter Pirat werden würde.

Langhand jedoch gefiel die Idee, Leute zu bestehlen, überhaupt nicht. Da war er ganz sicher, denn als er klein war, hatte ihm einer seiner Cousins eines seiner Lieblingsspielzeuge gestohlen, und das hatte Langhand sehr traurig und böse gemacht.

Als er langsam größer wurde, bekam der gute Junge Langhand immer mehr Angst, dass plötzlich seine wahre Piraten-Persönlichkeit zum Vorschein kommen könnte und dass er dann stehlen, überfallen und plündern müsste.

Jeden Morgen, wenn er aufwachte, sah er sich im Spiegel an, um nachzusehen, ob diese Verwandlung, vor der er sich so sehr fürchtete, passiert war. Doch jeden Morgen sah er genauso nett und lieb aus wie am Tag zuvor.

Mit der Zeit merkten die anderen, dass Langhand kein Pirat wie sie war. Die Familientradition, ein hervorragender Pirat zu sein, war aber schon so alt, dass keiner den Mut hatte, ihm zu sagen, dass er kein Pirat sei. „Er ist eben einfach ein lieber Pirat“, sagten sie. Und sie sagten es immer noch, als Langhand Medizin studiert hatte und als Arzt Tag für Tag die Kranken der Stadt pflegte und heilte. Langhand jedoch hatte immer noch Angst, dass er sich in einen Piraten verwandeln würde, und er sah sich auch weiterhin jeden Morgen im Spiegel an, um sicherzugehen. 

Eines Tages, als Langhand schon alt war, betrachtete er seine Kinder und Enkel, die auch keine Piraten geworden waren. Da wurde ihm klar, dass weder er noch irgendjemand anderes von Natur aus oder durch eine Verpflichtung Pirat werden oder sonst einen Beruf ausüben musste. Jeder kann genau das werden, was er möchte! Und da war Langhand ganz zufrieden und glücklich, dass er nicht die Seeräuberei gewählt hatte, sondern das geworden ist, was er wollte.

 

Die farbigen Kinder (für Kinder im Alter von 2-4 Jahren)

Es waren einmal zwei wunderschöne Schwestern, die hießen Branda und Nadira. Beide gingen gerne auf den Spielplatz, um zu schaukeln und zu rutschen. Eines Tages, als sie auf dem Spielplatz ankamen, waren da ein paar Kinder, die ganz anders aussahen: Eines hatte ganz dunkle Haut wie Schokolade, eines war blass – fast gelb – und das andere war rot wie eine Tomate. 

Branda und Nadira setzten sich in eine Ecke und trauten sich nicht, zu den anderen Kindern zu gehen, denn sie hatten Angst. Da erschien auf einmal der Spielplatzzwerg:

             – „Warum spielt Ihr heute nicht, Kinder?“, fragte er.

            – „Da sind farbige Kinder, und wir fürchten uns vor ihnen“, antworteten die beiden Mädchen.

 

Der Zwerg fragte weiter:

            – „Habt Ihr schon den neuen Brunnen auf dem Spielplatz gesehen?“

            – „Nein… Aber was das damit zu tun, worüber wir gerade gesprochen haben?“

            – „Sehr viel!“, sagte der Zwerg. „Kommt mit und ich zeige es Euch!“ 

Da brachte sie der Zwerg zu dem neuen Brunnen, der riesengroß war. Das Wasser spritzte hoch in den Himmel und kam als großer Wasserfall wieder herunter. Branda und Nadira schöpften ein wenig Wasser mit ihren Händen und tranken es. Das Wasser war sauber und erfrischend. Plötzlich gingen Lampen an, und der Wasserstrahl sah auf einmal ganz anders aus: Er war kräftig rosa, wie ein großer Milchshake…

            – „Probiert das Wasser!“, rief der Zwerg.

Die Mädchen tranken das Wasser, und es schmeckte genau wie zuvor. Jetzt wechselte die Farbe noch einmal und das Wasser war grün wie Pfefferminze. Dann wurde es braun wie Schokolade. Und schließlich gelb wie Vanille. Aber jedes Mal, wenn die beiden Mädchen das Wasser tranken, schmeckte es genau wie beim ersten Mal. Der Zwerg erklärte ihnen, dass das Wasser, auch wenn es verschiedene Farben hatte, trotzdem immer sauber und erfrischend war. Und ebenso waren diese farbigen Kinder, die anders aussahen, weil sie eine andere Herkunft hatten, ganz normale Kinder, die bestimmt auch gerne neue Freunde hätten, um mit ihnen zu spielen.

Branda und Nadira gingen zu den farbigen Kindern und fingen an, mit ihnen zu spielen. Und sie hatten einen Riesenspaß! Die anderen Kinder zeigten den Mädchen viele verschiedene Spiele und Lieder aus den einzelnen Ländern, aus denen sie kamen. Branda und Nadira zeigten den Kindern Spiele aus ihrem eigenen Land. Als es langsam dunkel wurde, gingen alle Kinder wieder nach Hause, aber der Zwerg blieb wie immer auf dem Spielplatz und bewachte die Schaukeln, die Rutschen, den Brunnen und die ganzen Spielgeräte, damit alle Kinder, egal welche Hautfarbe sie hatten, auch am nächsten Tag wieder dort spielen konnten. 

 

Der Löwenschwanz(für Kinder ab 6 Jahren)

 

In einem kleinen Dorf lebte ein kleiner Junge, der hieß Leo. Leo war dünn und klein, und er hatte immer Angst, denn ein paar Jungen aus dem Nachbardorf ärgerten ihn immer und machten sich über ihn lustig.

Eines Tages war ein junger Zauberer in dem Dorf und sah, wie die Jungen Leo verspotteten. Als die anderen Kinder weg waren, ging der Zauberer zu Leo und schenkte ihm einen wunderschönen Löwenschwanz. Daran war ein Band befestigt, damit Leo sich den Schwanz um den Bauch binden konnte.

           – „Dieser Löwenschwanz hat Zauberkraft. Wenn derjenige, der ihn trägt, mutig ist, dann wird diese Person zu einem wilden Löwen.“

Leo glaubte den Worten des Magiers, denn einige Tage vorher hatte er bei einer Vorstellung dessen Zauberkünste mit eigenen Augen gesehen. Von diesem Augenblick an trug Leo den Löwenschwanz. Und er wartete darauf, dass die bösen Jungen kamen, um ihnen eine Lehre zu erteilen…

Als die Jungen auftauchten, bekam Leo auf einmal Angst und rannte weg. Schnell hatten sie ihn erreicht und ihn umzingelt. Da begannen sie wie immer mit ihren dummen Witzen und schubsten Leo herum. Plötzlich fühlte er, wie der Löwenschwanz an ihm hing. Leo nahm all seinen Mut zusammen, spannte seinen Körper an, ballte die Fäuste, streckte sich, hob den Kopf und sah den Jungen in die Augen. Dann schwor er – ganz ruhig und trotzdem stark –, dass mindestens einer von ihnen es für immer bereuen würde, wenn sie ihn nicht sofort in Ruhe ließen. Er blickte ihnen weiter fest in die Augen und war entschlossen, das, was er gesagt hatte, in die Tat umzusetzen.

Leo bekam Gänsehaut. Das musste das Anzeichen dafür sein, dass er sich in einen Löwen verwandelte, denn die anderen Jungen machten auf einmal ein ganz anderes Gesicht. Sie alle gingen einen Schritte zurück, sie schauten sich gegenseitig an und liefen dann schnell weg. Leo, der jetzt ein Löwe war, wollte hinter ihnen her und sie besiegen. Aber als er losrennen wollte, merkte er, dass er weiterhin seine kurzen, ganz normalen Beine hatte. Also blieb er stehen.

Ganz aus der Nähe hatte der Zauberer Leo beobachtet, und mit einem Lächeln auf den Lippen ging er zu ihm, um ihm zu gratulieren. Leo war glücklich, auch wenn er etwas enttäuscht war, dass seine Verwandlung in einen Löwen nicht länger angehalten hatte und er nicht gegen die anderen Jungen kämpfen konnte.            

           – „Keine Sorge, Du hättest gar nicht gegen sie kämpfen können“, sagte der Zauberer. „Niemand kämpft gegen Löwen, denn allein bei ihrem Anblick, und weil jeder weiß, wie wild und furchtlos sie sind, rennen alle weg. Oder hast Du etwa schon einmal einen Löwen kämpfen sehen?“

Da hatte der Zauberer recht. Leo hatte noch nie einen Löwen kämpfen sehen. Also dachte Leo nach… Er betrachtete seinen Löwenschwanz und auf einmal verstand er alles. Das war gar keine Zauberei! Und es gab auch keine Verwandlung! Die Wahrheit war: Ein guter Freund hatte ihm gezeigt, dass die Bösen und sonstige feige Wesen sich niemals trauen, gegen einen wirklich mutigen Jungen zu kämpfen.

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